von Gernot RohrhoferZuletzt gestern geändert.
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Gerhard Urschler wurde erneut zum Kommandanten der größten freiwilligen Feuerwehr Österreichs gewählt. Für den 58-Jährigen ist es die dritte Periode in dieser Funktion. Bei der Mitgliederversammlung am 16. Jänner erhielt er 134 Stimmen - 158 wurden abgegeben. Auch Urschlers Stellvertreter Andreas Herndler wurde wie schon in den Jahren 2016 und 2021 bestätigt. Er erhielt 154 Stimmen. Zum Leiter des Verwaltungsdienstes wurde Christian Schopper bestellt. Für ihn beginnt seine zweite Funktionsperiode.

Der Blick zurück auf die Jahre 2021 bis 2025 zeigte, „dass die Feuerwehr immer öfter gerufen wird“, sagte Urschler. Knapp 4.600 Mal rückten die Einsatzkräfte in den vergangenen fünf Jahren aus - etwa zu einer Explosion in einem Chemiebetrieb, zu einem Großbrand in einem Lokal in Hollenburg oder zum Jahrhunderthochwasser im Herbst 2024. Dazu kamen zahlreiche Menschen, aber auch Tiere, die gerettet werden mussten - vom Reh im Wohnzimmer bis hin zum entlaufenen Pfau. International für Schlagzeilen sorgte ein Einsatz in einem Supermarkt, nachdem ein Mitarbeiter wegen einer hochgiftigen Bananenspinne Alarm geschlagen hatte.
2025 mussten 973 Einsätze absolviert werden. Darüber hinaus machte der 21. November das abgelaufene Jahr zu einem ganz besonderen: Mit dem „Tank 10“ wurde in Krems Niederösterreichs erstes E-Tanklöschfahrzeug in den Dienst gestellt, „wodurch die Freiwillige Feuerwehr Krems einmal mehr ihrer Vorreiterrolle gerecht wurde“, so Kommandant Gerhard Urschler. Auch der Kremser Bürgermeister Peter Molnar erinnerte sich an den „Einzug“ des neuen „RT“ der Firma Rosenbauer und zeigte sich stolz über den Fortschritt in „seiner“ Feuerwehr. Molnar saß am Beifahrersitz, als in den Abendstunden des 21. November mehrere hundert Kremserinnen und Kremser die Straßen säumten, um einen ersten Blick auf das neue Aushängeschild der Freiwilligen Feuerwehr werfen zu können. Neben dem neuen E-Tanklöschfahrzeug wurden 2025 um 110.000 Euro knapp 350 neue Helme angeschafft.
Viel Lob gab es vom Bürgermeister auch nach dem jüngsten Großbrand im Stadtteil Weinzierl, bei dem binnen kürzester Zeit 41 Menschen aus ihren Wohnungen gerettet werden konnten. „Es war Nacht, es war kalt und dann auch noch eisglatt. Es ist gut, zu wissen, dass die Feuerwehr Krems so gut aufgestellt ist. Aber nicht nur das: Binnen weniger Stunden waren zahlreiche Ersatzquartiere organisiert, in denen die betroffen Bewohnerinnen und Bewohner in den nächsten Wochen wohnen können.“ Kommandant-Stellvertreter Andreas Herndler betonte, dass es aufgrund der hohen Inflation, die auch vor dem Feuerwehrwesen nicht Halt mache, weiterhin „tatkräftige Unterstützung seitens der Politik“ benötigen werde. Mit Blick auf die kommenden fünf Jahre kündigte er an, die Feuerwehr Krems „freiwilligentauglicher“ zu machen und „auf Führungsebene breiter aufzustellen.“ Weitere Änderungen betreffen die Durchlässigkeit im Wachesystem „sowohl bei der Ausbildung als auch bei den Fahrberechtigungen“, so Herndler.
Der Abgeordnete zum Niederösterreichischen Landtag, Josef Edlinger, zeigte sich überzeugt, dass die Freiwillige Feuerwehr Krems auch in Zukunft „vorne mit dabei sein“ werde, „und das nicht nur in Krems, sondern auch weit über die Stadtgrenzen hinaus.“ Er sprach von einer gelungenen „Feuerprobe“ des „RT“ und einem wichtigen Pilotprojekt, das anderen Feuerwehren sehr hilfreich sein könne.
Mit knapp 500 Mitgliedern ist die Feuerwehr Krems die größte freiwillige Feuerwehr Österreichs. Seine letzte Periode als Kommandant will Gerhard Urschler nutzen, um die Weichen für eine geordnete Übergabe zu stellen. „Mit einer Verjüngung im Bereich der Fachoffiziere bzw. Fachchargen wurde ein erster wichtiger Schritt bereits gesetzt“, sagte Urschler und betonte in seinen Schlussworten: „Es ist nicht wichtig, wie wir unsere Probleme lösen oder welche Ziele wir uns stecken. Wichtig sind die Menschen, die sich für den gemeinsamen Weg in der Feuerwehr entschieden haben und diese stehen im Mittelpunkt.“
Im folgenden Bericht werden all jene vorgestellt, die im Zuge der Mitgliederversammlung befördert, zu einer neuen Funktion ernannt oder ausgezeichnet wurden. Den Bericht finden Sie HIER.